Konzert: In Paradisum

Eine herzliche Einladung zum anstehenden Konzert der Cantorei der Reformationskirche mit Werken von Duruflé, Rheinberger und Puccini – dieses Mal allerdings ausnahmsweise in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin.

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Zu einem Chorkonzert mit zum Totensonntag ausgewählten Stücken aus dem 19. und 20. Jahrhundert lädt die Cantorei der Reformationskirche unter Leitung von Johannes Stolte ein. Wegen einer defekten Heizung in der Moabiter Reformationskirche wird das Konzert in der Zwölf-Apostel-Kirche in Berlin-Schöneberg gegeben. Mitwirkende sind neben dem gemischten Chor, Solisten, ein Streicherensemble und Knaben des Staats- und Domchors Berlin.
Das Stabat Mater steht in der großen Tradition der Marienklage. Der Text, der inhaltlich und affektiv sehr gleichförmig, fast monoton dahinfließt, findet sich seit dem 14. Jahrhundert in Gebetbüchern. Spannend ist, dass hier die Menschlichkeit einer biblischen Figur in den Mittelpunkt gestellt wird, der Schmerz der Mutter Jesu unter dem Kreuz. Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) komponierte sein Stabat Mater op. 138 einem Brief zufolge als Einlösung eines Versprechens gegenüber der Muttergottes anlässlich der Heilung seiner entzündeten Hand.
Zwischen der (süd-)deutschen Klarheit eines Rheinberger und dem französischen Farbreichtum eines Duruflé ist eines der wenigen Kammermusikwerke des großen italienischen Opernkomponisten Giacomo Puccini (1858-1924) zu hören, das mit dem Titel „I Crisantemi“ auf Trauerblumen verweist und ursprünglich für ein Streichquartett vorgesehen ist. In der Tat handelt es sich um eine Trauermusik, die Puccinis Freund Amadeus I., 1871-1873 König von Spanien, gewidmet ist.
Maurice Duruflé (1902-1986) sagt selbst über sein Requiem: „Es ist so sanftmütig wie ich selbst.“ Der Tod wird hier als Erlösung, nicht als Schreckensbild inszeniert und wann immer der Text Härten vorgibt und die Komposition sich dramatisch aufschaukelt, folgt erneut die Bitte um ewigen Frieden. In Duruflés Tonsprache ist das bestimmende Element der gregorianische Choral. Die Bezüge zur Gregorianik sind teils wörtlich-zitierend, teils frei-entwickelnd, aber in jedem Satz deutlich spürbar. Besonders der großteils lyrisch-fließende Rhythmus trägt zu dem besonderen Klangbild des Werkes bei.
Das Stabat Mater gipfelt in der Hoffnung, einst die Herrlichkeit des Paradieses zu erlangen, die bei Rheinberger durch eine historisierende Schlusskadenz eindrücklich befreiend vertont wird. Im Requiem kann der Tote nicht mehr selbst bitten, für ihn muss das die versammelte Gemeinde tun. Auf dem Weg zum Grab, also gar nicht mehr als regulärer Bestandteil der Totenmesse, wurde um den Eingang der Seele ins Paradies gebeten.

Abschlusskonzert Internationale Meisterklasse Berlin

Am kommenden Samstag, den 1. Oktober, findet um 19 Uhr in der Elisabethkirche (Invalidenstr. 3) das Abschlusskonzert der diesjährigen Internationalen Meisterklasse des Rundfunkchores Berlin statt. Nach einer intensiven Arbeitswoche haben sieben weitere Dirigent*innen und ich die einmalige Gelegenheit, den Rundfunkchor mit Werken von Schütz, Bach, Brahms, Mozart, Turnage und Mahler/Gottwald zu dirigieren. Karten gibt es für 20€ online oder an der Abendkasse, weitere Informationen hier:

Internationale Meisterklasse Berlin

Zwei Chorkonzerte zum Vormerken

Auch wenn es bei der aktuellen Wetterlage schwer vorstellbar ist: Der Sommer kommt! Und damit auch zwei schöne Konzerte, zu denen ich herzlich einladen möchte:

Am 22. Mai (17 Uhr, Auenkirche Wilmersdorf) und am 28. Mai (20 Uhr, Reformationskirche Moabit) wird die Refo-Cantorei gemeinsam mit dem Berlin-Brandenburgischen Sinfonieorchester das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn aufführen, das besonders im Leibniz-Jahr als großer Lobgesang auf „Die beste aller möglichen Welten“ gehört werden kann. In den ersten beiden Teilen wird die Erschaffung von Licht, Erde, Wasser, Pflanzen, Tieren und schließlich des Menschen gefeiert. Im dritten Teil werden die glücklichen Stunden Adams und Evas im Garten Eden geschildert – ein guter Anknüpfungspunkt für das Chorkonzert „Bittersüß“ des Luisen-Vocalensembles mit Knut Trautvetter (Theorbe). Es widmet sich den Widersprüchen der Gefühle, die gemeinhin unter Liebe bekannt sind oder mit ihr einhergehen: Begehren und Zurückweisung, Erfüllung und Vergehen, Lust und Leid.
Ob in der griechischen Mythologie, in Bänkelgesängen oder in Volksliedern und Gedichten – das Thema zieht sich durch die Jahrhunderte und so wird ein facettenreiches Programm von den ersten Opern des 17. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen zu erleben sein.

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Die letzten Prüfungskonzerte stehen an…

… und das Hören wird wärmstens empfohlen:
Dienstag, 9. Februar um 20.30 Uhr in der Marienkirche am Fernsehturm:
Orgelkonzert mit Werken von J. S. Bach, Johann Steffens und Jean-Adam Guilain
an der Wagner/Kern-Orgel

Donnerstag, 18. Februar um 19 Uhr im Joseph-Joachim-Saal (UdK-Gebäude Bundesallee 1-12, U Spichernstr.):
Orchesterkonzert u.a. mit Joseph Haydns 85. Sinfonie

Herzliche Einladung…

… zu zwei weihnachtlichen Chorkonzerten:
1) Samstag, den 5.12.2015 um 20 Uhr mit der Cantorei der Reformationskirche, dem neuen barockorchester berlin und einem hervorragenden Solistenquartett Bachs Weihnachtsoratorium (I-III) Weihnachtsoratorium

2) am Nikolaustag u.a. mit dem Kapellchor des Staats- und Domchores im Konzertsaal der UdK (Hardenbergstr.)

Junges Weihnachtskonzert

Einladung zum Orgelkonzert: Di, 3.11., 20.30 Uhr St. Matthiaskirche Berlin

In meinem ersten Orgel-Prüfungskonzert wird es klanglich nach Frankreich und Äthiopien gehen, es erklingen Sätze aus Louis Viernes 3. Symphonie und der Zyklus „Laudes“ von Jean-Louis Florentz.
Viernes 3. Symphonie ist ein Meisterwerk der französisch-romantischen Orgelmusik, das in einer Phase schwerer Schicksalsschläge des Komponisten entstanden ist. Vielleicht kann man das Werk als musikalische Verarbeitung hören. Der dramatische Gestus und die Klangwucht der Ecksätze wirken in einem Raum wie der St. Matthiaskirche mit ihrer voluminösen Orgel besonders stark.
Das Werk Jean-Louis Florentz‘ ist bestimmt von seinen musikethnologischen Reisen, die ihn rund um die Welt geführt haben, besonders jedoch nach Afrika und in den Nahen Osten. In „Laudes“ greift er liturgische Gesänge und Glockenklänge aus Äthiopien auf und überträgt diese auf die Orgel. Er schöpft die Möglichkeiten der Aufschichtung verschiedener Klangspektren an der Orgel voll aus und findet immer wieder zu spannenden, überraschenden, neuen Farben.

 

SängerInnen gesucht!

Zwei der von mir geleiteten Chöre nehmen zurzeit neue SängerInnen auf:

Das nächste Projekt der Cantorei der Reformationskirche Berlin-Moabit ist Bachs Weihnachtsoratorium, Kantaten I-III. Proben finden jeden Donnerstag von 19.30-22 Uhr in der Reformationskirche statt (Beusselstr. 35); Neulinge sind jederzeit willkommen – für das Weihnachtsoratorium am besten ab sofort.

Das Luisen-Vocalensemble ist ein Kammerchor an der Luisenkirche in Charlottenburg und sucht nach engagierten und versierten SängerInnen, die Lust auf cappella-Chormusik von der Renaissance bis zur Moderne haben. Die Proben finden montags von 19.45-22.15 Uhr in der Luisenkirche statt (Gierkeplatz, Hintereingang). Anmeldungen bitte an mail@johannes-stolte.de

Freitag, 4.9., ab 18 Uhr: Lange Nacht der Chöre

Programm Deckblatt neu

Am Freitag, den 4. September, findet ab 18 Uhr in der Moabiter Reformationskirche (Beusselstr. 35) wieder Berlins größtes Amateur-Chorfestival mit zwei Dutzend Chören aus der Region statt. Neben abwechslungsreichen Beiträgen der verschiedenen Chöre präsentiert der Staats- und Domchor Berlin ein Jubiläumsprogramm zum 550-jährigen Bestehen mit einem halbstündigen Auszug aus Mendelssohns „Elias“ (18.15-18.45 Uhr). Die Cantorei der Reformationskirche wird gegen 18 Uhr, 21.15 Uhr und 1 Uhr nachts, dann mit allen noch anwesenden Sänger_innen, Ausschnitte aus dem Sommerprogramm „Klänge des Nordens“ sowie Rheinbergers Abendlied singen. Der Eintritt ist wie immer frei und für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Doppeleinladung: Konzerte in Caputh und Hamburg

Unter dem Titel „Musica Baltica“ werde ich am Sonntag, den 23. August, um 17 Uhr in Caputh Orgelmusik aus dem Ostseeraum (Norddeutschland, Dänemark, Schweden, Estland) spielen. Neben bekannten Komponisten wie Buxtehude, Pärt und Sibelius werden auch selten zu hörende Werke zu entdecken sein. Romantisch-symphonisch angelegte Musik wechselt dabei mit kleineren Stücken ab, die mit ihrem Einfallsreichtum beim Zuhörer Bilder aus der Natur- und Sagenwelt Nordeuropas enstehen lassen. Der sommerliche Konzertnachmittag lässt sich wunderbar mit einem Ausflug nach Potsdam und Umgebung verbinden.

Vom 24. bis 28. August werde ich im Rahmen meiner Förderung durch das DIRIGENTENFORUM des Deutschen Musikrates unter der Leitung von Prof. Stefan Parkman mit dem Chor des NDR in Hamburg arbeiten dürfen. Am Mittwoch, den 26. August, wird ab 10 Uhr eine öffentliche Probe im Miralles Saal der Hamburger Musikschule stattfinden, im Anschluss gibt es eine Gesprächsrunde mit Musikschülern, Sängern und Dirigenten. Am Freitag, den 28. August, um 20 Uhr findet der Kurs am selben Ort mit einem Konzert seinen Abschluss. Dies ist sicher eine besondere Gelegenheit, Einblicke in die Ausbildung als Chorleiter_in zu bekommen und vier sehr unterschiedliche Dirigentenpersönlichkeiten zu erleben!